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Biographische Anmerkung vom 1. Dezember 2005
Paolo Piscia kam am 28. Januar 1965 in Stresa zur Welt. Bereits in der
Kindheit zeigte der Autodidakt eine bemerkenswerte Begabung und eine
große Leidenschaft für künstlerisches Zeichnen und für die Musik. Seine
in den frühen siebziger Jahren begonnene Klavierausbildung setzte Paolo
bis zur Aufnahme eines technischen Studiums fort, nach dessen Abschluss
er dann für ungefähr sieben Jahre als technischer Zeichner arbeitete.
Aber die starke künstlerische Neigung zögerte nicht, wieder die Oberhand
zu gewinnen. Gegen Ende der 80er Jahre besucht Paolo zahlreiche Mal- und
Zeichenkurse von örtlichen Künstlern und diese Erfahrung führt ihn dann
dazu, auch einen Kurs an der Accademia di Belle Arti von Brera zu
belegen und sich der künstlerischen Verarbeitung von Glas zu nähern. Es
folgen zahlreiche Kurse über die Technik des Glasschmelzens und des „Pate
de verre“ und besonders stimuliert ihn ein in Florenz abgehaltener Kurs
des Amerikaners G. Reynold.
In den Jahren 1993-1994 präsentiert sich für Paolo die Chance, sein
Projekt zu realisieren: Er gründet, zuerst in Feriolo di Baveno und dann
in Verbania-Intra, eine Kunstwerkstatt für künstlerische Arbeiten mit Keramik, Glas
und in Trompe l’oeil. 1995 gründet er „Vetrarte“. Die Werkstätte, die
eine der ersten in diesem Gebiet ist, siedelt sich zuerst in
Verbania-Intra an. Von hier aus schafft es Paolo dank regelmäßiger
Besuche von Ausstellungsmärkten und Messen und vor allem dank der vielen
Preise und Auszeichnungen, die die Aufmerksamkeit der Massenmedien auf
den eben erst gegründeten Betrieb ziehen, in kurzer Zeit in ganz
Norditalien bekannt zu werden. Später, ab 1998, zieht die Werkstätte
nach Feriolo di Baveno um, wo sie heute ihren Sitz hat, und die eigene
Herstellung von Kunsthandwerk in Glas nimmt ihren Anfang. „Vetrarte“
bearbeitet das Glas unter Einsatz der Glasschmelz-Technik und stellt
Glaskunst für Fenster sowie Bilder und Skulpturen her. Die hergestellten
Erzeugnisse werden von Paolo Piscia selbst entworfen und kreiert und
sind von einer augenfälligen Originalität, der Liebe zum auch noch so
kleinen Detail, der sorgfältigen Auswahl der Gegenstände und nicht
zuletzt von der geschickten Zusammenstellungen des gefärbten Glases
gekennzeichnet, die die Objekte, selbst die für den allgemeinen Gebrauch,
die oft von der Alltäglichkeit banalisiert werden, zu etwas
Einzigartigem, Ausgefallenem und Wertvollem machen.
In seiner Werkstatt widmet sich Paolo der Kreation von Bildern und
künstlerischen Werken und setzt zu diesem Zweck neben Glas auch andere
Materialien wie Holz und Gewebe ein, in der Absicht, eine perfekte
Harmonie zwischen Material und Farbe zu schaffen. Er kann als „Material“-Künstler
bezeichnet werden: In seinen Werken finden die emotionellen Spannungen
feste Anhaltspunkte der Ausgeglichenheit, so als würde er symbolisch die
Widersprüche in unserem Sein miteinander versöhnen wollen. Es kann
einfach hinzugefügt werden, dass Paolo das Glas nicht verwendet, sondern
lebt.
In den letzten Jahren hat sich der Künstler in der Organisation von
eigenen Ausstellungen engagiert und konnte dabei auf die Hilfe von
Personen zählen, die gegenüber der Künstlerthematik besonders
feinfühlige sind. Seine Ausstellungen hatten überall einen beachtlichen
Erfolg.
Paolo sieht es darüber hinaus als wichtig an, seine Arbeiten und die
Leidenschaft, die ihn beseelt, in der Welt der jungen Menschen sowie der
Behinderten bekannt zu machen. Er widmet sich deshalb auch dem
Unterrichten. Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang seine
Zusammenarbeit mit der „Associazione Laboratorio Arti Visive“ von
Granerolo, der Consorzio Intercomunale dei Servizi Socio Assistenziali
von Crevola d’Ossola und der Associazione A.N.F.F.A.S. von Domodossola.
Anmerkung zur Präsentation
Paolo Piscia wurde am 28. Januar 1965 in Stresa geboren. Nach Besuchen
von Fachkursen hat er sich ganz der schwierigen Technik des
Glasschmelzens gewidmet. Paolo verleiht der einfachen handwerklichen
Herstellung von Glaserzeugnissen einen ganz persönlichen künstlerischen
Schwung, der aus Alltagsobjekten echte und wahre Kunstwerke macht.
Bemerkenswert sind auch seine Bilder und Skulpturen, in denen die
Befreiung von den handwerklichen Dimensionen ihm ermöglicht,
herausragende künstlerische Ergebnisse zu erzielen. Dem Glasschmelzen in
seiner Werkstatt von Feriolo di Baveno stellt Paolo eine intensive
Ausstellungsaktivität zur Seite, die sich auf das ganze Gebiet Italiens
erstreckt.
Kritische Anmerkung zu den Werken von Paolo Piscia. Kurzversion zur
Verwendung bei Übersetzungen
Paolo Piscia hat wie viele seiner Kollegen den Anstoß aus der
figurativen Kunst genommen, um sich jedoch von ihr dann schnell zu
entfernen. Er sucht eine Ausdrucksmöglichkeit, die auf die
unmittelbarste Weise diese irrationalen Impulse, die die Seele aufrühren
und gegen das Eingeschlossensein in einer Form zu rebellieren scheinen,
in ein Kunstwerk zu übersetzen. Es ist der alte romantische Traum, das
Unendliche im Endlichen zu erfassen. Ein vergeblicher Traum, so wie es
vergeblich wäre, das Wasser des Meeres in einem Glas sammeln zu wollen.
Das Unendliche wird immer über seine endliche Manifestation hinausgehen.
Nicht deswegen wird der Künstler aufhören, es zu versuchen, die Form
dabei ausdehnend und ihr Gewalt antuend und dabei das Risiko eingehend,
sie zu vernichten. Die von Paolo Piscia bevorzugten symbolischen Bilder
scheinen das ewige Dahinfließen des Lebens in immer unterschiedlichen
Formen unterstreichen zu wollen, deren Grundlage aber dennoch immer die
Einheit eines unveränderbaren Gesetzes ist. Das Verfahren des
Glasschmelzens selbst ruft mit seinem Einsatz der Öfen das antike Bild
des Feuers als Emblem der unaufhörlichen Veränderung hervor, des
Kontrastes, aber auch der Harmonie und der Ordnung. Die Werke von Paolo
wissen in uns etwas Angestammtes wieder zu erwecken und zugleich öffnen
sie unsere Augen für eine neue Erfahrung - der einer uralten Welt, die
wunderbarerweise aus den Abgründen des Nichts sich vor unserem Blick
materialisiert und sich mit Licht färbt.
Corrado Paracchini
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